Kennlernspiele & Vorstellungsrunden

Warum sind Kennlernspiele wichtig? Eine Gruppe muss sich langsam kennen lernen, um schließlich vertrauen zueinander zu entwickeln. Erst dann sind Partner- und Gruppenübungen bzw. -Spiele überhaupt erst möglich und sinnvoll. Die Stärken und Schwächen der anderen müssen vorsichtig entdeckt, genutzt und geschützt werden. Kooperation und Teamwork werden so möglich. Nicht nur für den Unterricht ist dies wichtig, durch Kooperation nimmt auch die Sicherheit im Straßenverkehr, im Sportunterricht und beim Spiel zu. Auch die Wahrnehmungs- und Empathiefähigkeit werden durch Kennenlernspiele maßgeblich verbessert.

Zwei Arten kann man unterscheiden. Spiele, damit sich eine neue Gruppen kennen lernt, sogenannte Kooperative Spiele und Spiele, die das Vertrauen fördern.

Bevor man kooperiert oder sich vertrauen kann, sollte man aber auch die Namen der anderen kennen :-)

  • Ball: Die Kinder stehen im Kreis und werfen oder rollen sich gegenseitig den Ball zu. Das Kind, welches den Ball in den Händen hält, erklärt: “Ich heiße .. und mag an mir …. und kann besonders gut…” . In einer weiteren Runde versucht ein Nachbar eine positive Beschreibung: “Ich sehe an dir … und du kannst ganz toll ..”. Dies Spiel lässt sich natürlich auch gut auf Englisch spielen.
  • Vorstellung mit Attributen oder Gesten: Die Kinder nennen nicht nur ihren Namen, sondern fügen noch ein Adjektiv zu (“Ich bin der schlaue Fritz”) oder eine Geste (z.B. einen Hampelmann). In einer zweiten Runde versuchen sich die anderen Kinder an die Namen, Adjektive und Gesten zu erinnern.
  •  Ich packe meinen Koffer: Das Erinnerungsspiel lässt sich auch für eine Vorstellungsrunde verwenden. “Ich bin Ben und spiele gerne Fußball”. “Du bist Ben und spielst gerne Fußball, ich bin Lisa und esse gerne Pommes”, etc.
  • Bodypercussion: Auch mit Bodypercussion lassen sich die Namen auf eine anspruchsvolle und kreative Art und Weise lernen. Die Gruppe sitzt im Sitzkreis und schlägt zusammen einen Rhythmus an: Zweimal auf die Beine klatschen, dann einmal recht und einmal links schnipsen. Kann die Gruppe den Rhythmus halten, beginnt ein Spieler mit seinem Namen und gibt an den nächsten Spieler weiter: klatsch, klatsch Ben:” Ben, Lisa” – klatsch, klatsch – Lisa: “Lisa, Tom” – klatsch, klatsch –  Tom: “Tom, Berdan” etc.
  • Partnerinterview: Möchte man etwas mehr als nur den Namen kennenlernen, bietet sich ein Partnerinterview an. Gegenseitig stellen sich je zwei Kinder – die sich möglich noch nicht so gut kennen – Fragen. Im Anschluss stellen sie ihren Gesprächspartner im Sitzkreis vor.

Beispiele für Kooperative Spiele

  • Postkarte: Jedes Kind sucht sich eine Postkarte aus und erklärt anschließend im Sitzkreis, warum das Bild ihn anspricht oder welche positive Charaktereigenschaft es von ihm zeigt. Alternativ kann dies auch der Nachbar im Sitzkreis versuchen.
  • Gordischer Knoten: Alle Spieler der Gruppen stehen im Innenstirnkreis und schließen die Augen. Auf ein Signal hin, gehen alle langsam in die Mitte und jeder Spieler greift mit der rechten und linken Hand jeweils die Hand eines anderen Schülers. Danach öffnen alle Schüler die Augen und die Gruppe versucht diesen Gordischen Knoten zu entwirren und ohne Lösen der Hände wieder eine Kreisstellung zu erreichen.
  • Rettungsinsel: Auf den Boden wird eine Turnmatte gelegt, ein Kreis aufgezeichnet oder mit einem Seil eine Fläche abgegrenzt. Aufgabe der Kinder ist es, dass sich so viele Schüler wie möglich auf diese Insel retten. Die Größe der Rettungsinsel wird so gewählt, dass Kooperation und Kreativität bei der Problemlösung notwendig sind..

Beispiele für Spiele, damit sich die Mitglieder einer Gruppe lernen zu vertrauen:

  • Blindenparcour: Einem der beiden Partner wird die Augen mit einem Tuch verbunden, Der „sehende“ Partner hat die Aufgabe, den „Blinden“ mithilfe von Anweisungen sicher durch einen Parcours zu führen. Die Anweisungen können akustisch oder durch Berührungen) erfolgen.
  • Rücken an Rücken: Zwei Spieler drehen sich gegenseitig den Rücken zu, stellen sich eng aneinander und werden im Bereich des Oberkörpers mit einem Seil zusammengebunden, Einer von ihnen beginnt vorwärts zu gehen, der andere läuft rückwärts mit. Eine gute Abstimmung und Rücksichtnahme ist notwendig. Alternativ kann auch ein Hindernisparcour aufgebaut werden.
  • Flugzeug: Ein Schüler liegt auf auf einem Tisch in Rückenlage. Mehrere Schüler (ca. 6-8) heben ihn auf ein Kommando bis Hüfthöhe an. Gemeinsam lassen sie das “Flugzeug” fliegen.
  • Paket: Alle Schüler stellen sich eng zusammen. Die Lehrkraft bindet um alle Schüler auf Hüfthöhe herum ein Seil. Aufgabe der Gruppe ist es, die Sporthalle zu durchqueren oder einen Parcours aus Hindernissen zu durchlaufen. Alternativ können mehreren oder sogar allen Schülern bis auf einen die Augen verbunden werden.
  • Fischschwarm: Ähnlich wie beim Paket stellen sich mehrere kleinere Gruppen zusammen. Je ein Fisch geht voran und die anderen bleiben so eng wie möglich bei ihm. Bleibt die Gruppe zusammen? Schafft sie es, den anderen Fischschwärmen aus dem Weg zu gehen.

Es gibt viele wunderbare Kennlernspiele. Welche erprobten Ideen habt ihr?

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Über miamausverlag

Ich selbst bin Grundschullehrer, war Schulleiter und leite den Miamaus Verlag, einen kleinen Verlag, der gute und wunderschön gestaltete Lehrmittel für die Grundschule publiziert -per Download verkauft und daher sofort einsetzbar. In diesem blog möchte ich mich aber vor allem austauschen, meine Erfahrung streuen und mich von neuen Ideen inspirieren lassen.
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