Expertenarbeit

Jeder kann ein Experte sein. Dies ist wichtig, denn auch die Kinder, die nicht die besten in der Klasse sind, brauchen positives Feedback.

Wie kann man dies umsetzen?

Wenn Sie beispielsweise ein Arbeitsblatt mit 5 Aufgaben herausgeben, dann schreiben Sie an der Tafel die Zahlen 1 bis 5 und lassen daneben drei Lücken bzw. schreiben ihren Namen rein.

Also:
1. Lehrer Lehrer Lehrer
2. Lehrer Lehrer Lehrer
3. Lehrer Lehrer Lehrer
4. Lehrer Lehrer Lehrer
5. Lehrer Lehrer Lehrer

Hat ein Kind die Aufgabe gelöst, lässt es diese von Ihnen korrigieren. Ist es richtig, streicht es ihren Namen weg und trägt sich selbst als Experten ein. Von nun an können die Kindern auch zu diesem Schüler kommen. Aber nur so lange, bis ein Schüler eine fehlerlose Aufgabe vorgezeigt hat – denn dann unterschreibt er (wichtig, um herausfinden, wenn sich ein Fehler eingeschlichen hat) und der „neue“ Schüler trägt sich als Experten ein usw.

Durch dieses System werden nicht nur alle Kinder zu „stolzen“ Experten, auch die Lehrer werden in ihrer Arbeit entlastet, da sie wie hier nur 15 Aufgaben zu kontrollieren haben und sich dann ihrer eigentlichen Aufgabe widmen können – dem Fordern und Fördern der Schüler.

Habt ihr andere Ideen, wie man dies besser oder anders machen kann?

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Über miamausverlag

Ich selbst bin Grundschullehrer, Abteilungsleiter einer großen Hamburger Grundschule und leite den Miamaus Verlag, einen kleinen Verlag, der gute und wunderschön gestaltete Lehrmittel für die Grundschule publiziert -per Download verkauft und daher sofort einsetzbar. In diesem blog möchte ich mich aber vor allem austauschen, meine Erfahrung streuen und mich von neuen Ideen inspirieren lassen.
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3 Antworten zu Expertenarbeit

  1. Langsam nähern wir uns scheints von der künstlich konstruierten Lehrplanvollzugsanstalt der wirklichen Wirklichkeit wenigstens in einzelnen Punkten an.
    LEHREN & LERNEN leitet sich nicht aus derselben Quelle – germ, LAISTI = DIE FÄHRTE = eine Fährte des Lebens verfolgen, eigene Erfahrungen sammeln – her sondern das sind nur zwei Seiten ein und derselben Medaille. Wer lernt, lehrt zugleich, und wer lehrt sollte nicht übersehen, dass er dabei und dadurch lernt. Lerner (Schüler) sind also immer auch Lehrer und Lehrer sollten stets Lerner, ja, geradezu ein mitreißendes Vorbild für Lernen sein. Hier liegt ihre große Chance, sich vom plumpen und groben DRUCK-Niveau auf das des echten ErZIEHers emporzuschwingen: Sog-Wirkung haben mit dem, was man tut und geschehen lässt. SOG ist deshalb das Grundprinzip der neuen Ich-kann-Schule.
    Die entscheidendste SOG-Wirkung ist bereits vorgegeben, dadurch dass nicht nur der Körper sondern auch Geist & Seele Hunger und Durst haben. Auch sie brauchen Stärkung in jeder Form für ihr WACHSTUM. Wenn wir für ihr Wachstum sorgen, wird der Mensch den Aufgaben des Lebens GEWACHSEN. Von Üben und bloßen Fördermaßnahmen wächst man nicht; das erschöpft meist nur noch mehr die geschwächten Kräfte. Wenn ich aber dem Menschen die Möglichkeit biete, statt Statistenrollen in vorkonstruierten Ablaufsystemen endlich die Hauptrolle in seinem eigenen Leben zu spielen, das belebt, stärkt, richtet auf, macht wachsen & dem Leben gewachsen.
    Die o.g. Expertenarbeit lässt die Kinder tatsächlich zu Experten werden indem sie sie EX = heraus aus dem alten Trott PER = durch ihre eigene Erfahrung und ihr eigenes Erleben hindurch IRE = gehen lässt (lat. ex-per-ire = erfahren).
    Gratulation!
    Franz Josef Neffe

  2. Referendarin Bayern schreibt:

    Ich finde die Idee super! Allerdings weiß ich nicht, ob es nicht sehr unruhig wird, wenn ein Kind gleich nach einer der 5 Aufgaben zum Lehrer kommt. Wichtiger wäre doch, dass das Kind erst alle Aufgaben erledigt hat und dann zum Experten wird. Sonst kann es dazu kommen, dass das Expertenkind der ersten Aufgabe sein Arbeitsblatt vor lauter „korrigieren“ nicht fertig bringt! Ich werde Ihre Idee aber auf jedenfall (abgewandelt) ausprobieren!
    Danke 🙂

    • miamausverlag schreibt:

      Sicherlich kann und sollte man die Ideen den Gegebenheiten anpassen. Wie von Ihnen beschrieben, würde es aber nicht funktionieren.

      Wenn die Kinder erst alle Aufgaben erledigen müssten, dann würden nur die Schnellsten zu Experten und diese müssten dann alle anderen Arbeiten korrigieren – dadurch werden die Leistungsschwachen demotiviert, denn sie werden nie zu Experten, und die Leistungsstarken auch, denn diese werden nicht mehr gefordert. Daher wirklich ein Blatt in viele Aufgaben unterteilen, so kann z.B. ein Leistungsschwächerer mit der 3. Aufgaben anfangen, sich diese kontrollieren lassen und somit zum Experten werden – bevor ein Leistungsstarker die Aufgabe gelöst hat.

      Wichtig – die Kinder bleiben nur so lange Experte, bis der Experte ein anderes Kind zum Experten ernannt haben, dann ändert sich die Aufgabenverteilung (sprich: wenn alle Aufgaben richtig sind, wird der Name des alten Experten von der Tafel entfernt und der neue hingeschrieben), . Kein Kind muss als nur und dauernd korrigieren.

      Wenn zu viele Aufgaben auf einmal gelöst werden müssen – also z.B. 5 Aufgaben – dann ist auch der Korrekturaufwand für Sie aber auch für die Schüler sehr hoch und es geht kostbare Unterrichtszeit verloren. Ich würde mir wünschen, wenn Sie es mal wie oben beschrieben ausprobieren und mir dann Feedback geben – es lohnt sich 🙂

      Gruß C. Mellwig

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